Was kostet es, einen Tesla zu laden?
Eine der ersten Fragen, die sich angehende Tesla-Besitzer stellen, lautet: Was kostet es eigentlich, das Auto am Laufen zu halten? Die ehrliche Antwort auf die Frage nach den Ladekosten eines Tesla lautet: Das hängt stark davon ab, wo man den Stecker einsteckt. Doch unterm Strich schneidet man im Vergleich zu Benzin klar besser ab, vor allem, wenn der Großteil des Ladens zu Hause stattfindet.
Laden zu Hause: die günstigste Kilowattstunde
Zu Hause ist ein Tesla am günstigsten im Betrieb. Die US-Energiebehörde EIA beziffert den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 auf rund 17 Cent pro kWh, wobei die Spanne zwischen den Bundesstaaten groß ist: von etwa 11 Cent in Louisiana bis fast 29 Cent in Kalifornien. In weiten Teilen Europas liegt der Preis zwischen 0,25 und 0,35 Euro pro kWh. Bei diesen Tarifen kostet es rund 10 bis 14 Dollar beziehungsweise 15 bis 26 Euro, ein Model 3 oder Model Y von niedrigem Ladestand auf voll zu bringen. Verlegt man das Laden in ein günstiges Nachtzeitfenster, das manche Stromanbieter zum halben Tagestarif anbieten, sinken die Kosten noch weiter. Zu beachten ist dabei: Diese Zahlen betreffen nur die reinen Stromkosten. Die Grundgebühr für den Hausanschluss bleibt gleich, egal ob nachts ein Elektroauto lädt oder nicht.
Schnellladen: Bezahlen für Bequemlichkeit
Supercharger und Schnellladestationen anderer Anbieter bieten Geschwindigkeit statt Sparsamkeit. In den USA kostet Supercharging in der Regel 0,28 bis 0,42 Dollar pro kWh, in Europa je nach Land etwa 0,45 bis 0,65 Euro. Premium-Anbieter an Autobahnen wie Ionity können ohne Abonnement bis zu 0,79 Euro pro kWh verlangen. Damit ist eine Ladung auf dem Roadtrip zwei- bis dreimal so teuer wie die gleiche Energiemenge zu Hause, weshalb erfahrene Besitzer Schnellladen eher als Reisewerkzeug denn als tägliche Gewohnheit betrachten.
Eine volle Ladung, in echtem Geld
Konkrete Beispiele helfen weiter. Ein Model 3 Long Range mit rund 75 bis 82 kWh nutzbarer Kapazität kostet beim US-Haushaltsdurchschnitt etwa 13 bis 14 Dollar für eine volle Ladung, an einem Supercharger mit durchschnittlich 0,35 Dollar pro kWh sind es rund 29 Dollar. Ein Model Y verbraucht für 400 km rund 70 kWh, was zu Hause etwa 10,50 Dollar kostet und beim Schnellladen rund 28 Dollar. Da Tesla empfiehlt, die Standardbatterien im Alltag nur auf 80 Prozent zu laden, fallen die meisten tatsächlichen Ladevorgänge sogar günstiger aus als diese Werte für eine volle Ladung. Der Verbrauch beeinflusst die Gesamtkosten dabei genauso stark wie der Preis pro kWh: Ein Model 3 verbraucht etwa 14 bis 16 kWh pro 100 km, ein Model Y etwa 16 bis 18 kWh. Je effizienter das Auto und je sanfter der rechte Fuß, desto weniger kostet jeder gefahrene Kilometer.
Kosten pro Meile, im Vergleich zu Benzin
Der Blick auf die Kosten pro Meile zeigt das Elektroauto von seiner besten Seite. Laden zu Hause liegt bei etwa 3 bis 5 Cent pro Meile, mit einem günstigen Nachttarif sogar bei nur 2 Cent. Supercharging liegt bei etwa 8 bis 12 Cent pro Meile. Ein Benziner mit einem Verbrauch, der 30 Meilen pro Gallone entspricht, kostet dagegen bei üblichen Kraftstoffpreisen etwa 15 bis 20 Cent pro Meile. Selbst die teuerste Art, einen Tesla zu laden, ist damit in der Regel günstiger als Tanken.
Was am Ende des Monats zusammenkommt
Betrachtet man nicht nur eine einzelne Ladung, sondern die Summe über einen Monat, bleiben die Beträge überschaubar. Wer 1.500 km im Monat mit einem Model 3 oder Model Y zurücklegt und überwiegend zu Hause lädt, zahlt je nach lokalem Tarif und Anteil des Ladens in Niedertarifzeiten meist etwa 35 bis 55 Dollar oder Euro für Strom. Wer stattdessen vor allem Supercharger nutzt, kann diesen Betrag ungefähr verdoppeln. Verglichen mit den 100 Dollar oder mehr, die ein vergleichbarer Benziner für die gleiche Strecke verbrennen würde, liegt man selbst in einem Monat mit viel Schnellladen meist noch vorn. Diese konstante Ersparnis, Monat für Monat, ist der Grund, warum viele Besitzer sagen, dass sie die laufenden Kosten irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.
So senken Sie die Kosten weiter
Wer bei den laufenden Kosten sparen möchte, kommt mit drei Maßnahmen am weitesten. Laden Sie nachts zu einem zeitvariablen Stromtarif und lassen Sie das geplante Laden automatisch das günstige Zeitfenster abwarten. Heben Sie sich Supercharger für Reisen auf statt für das alltägliche Nachladen. Und wenn Sie eine Solaranlage auf dem Dach haben, können Sie die Grenzkosten des Ladens mit eigenem Strom fast auf null drücken. Kombiniert man diese Gewohnheiten, wird ein Tesla erstaunlich günstig im Unterhalt, und die Ersparnis gegenüber einem Benziner summiert sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Bei einem Fahrzeug, das zudem ohne Ölwechsel, Zahnriemen und Abgasreparaturen auskommt, wird der Kraftstoff so zu dem Posten im Haushaltsbudget, um den sich Tesla-Besitzer am wenigsten Sorgen machen müssen.