Im Tesla arbeiten: Das mobile Büro
Die Vorstellung, im Tesla zu arbeiten, verliert spätestens dann ihre Fremdheit, wenn man einen Anruf aus einem ruhigen, klimatisierten Auto führt statt aus einem lauten Café. Ein geparkter Tesla ist ein überraschend leistungsfähiges mobiles Büro: Er bietet Strom, einen großen Bildschirm, eine eingebaute Kamera samt Video-App und eine Klimaanlage, die stundenlang läuft, und deckt damit das meiste ab, was eine kurze Arbeitsphase braucht.
Warum das Auto ein brauchbares Büro abgibt
Der Reiz liegt in der Umgebung. Ein Tesla ist ruhig, privat und bequem, ganz ohne das Hintergrundgemurmel eines Cafés oder die Ablenkungen zu Hause. Die Sitze sind für eine Stunde besser als die meisten Bürostühle, der große zentrale Bildschirm lässt sich leicht ablesen, und wenn das Auto angeschlossen ist, steht praktisch unbegrenzt Laufzeit zur Verfügung. Für einen Anruf zwischen zwei Terminen, konzentriertes Arbeiten während des Ladens oder einen ruhigen Ort zum Nachdenken ist das wirklich nützlich und keine bloße Spielerei.
Anrufe mit dem eingebauten Zoom
Das Highlight für die Arbeit unterwegs ist Zoom, das neuere Tesla-Modelle im Application Launcher mitbringen. Es nutzt die nach innen gerichtete Kamera, sodass man einem Meeting mit vollem Video beitreten kann, solange das Auto steht, entweder über einen Meeting-Code oder per Klick auf einen Link im Kalender. Sobald man in den Fahrmodus wechselt, schaltet der Anruf automatisch auf reines Audio um, das hält alles legal und die Aufmerksamkeit auf der Straße. Für einen geplanten Anruf am Supercharger läuft das nahezu nahtlos.
Online gehen
Arbeiten braucht eine Verbindung, und dafür gibt es drei Optionen. Wi-Fi zu Hause oder unterwegs liefert das beste und günstigste Ergebnis und eignet sich ideal für Videoanrufe. Die Premium Connectivity des Autos liefert mobile Daten zum Surfen und Streamen, wenn kein Wi-Fi verfügbar ist. Andernfalls funktioniert auch das Tethering über den Hotspot des Smartphones. Da Videoanrufe und intensives Surfen viel Bandbreite brauchen, lohnt es sich, die stärkste verfügbare Verbindung zu wählen, statt sich mit einer schwachen durchzuquälen, die mitten im Meeting ruckelt.
Stundenlang bequem bleiben
Eine lange Arbeitsphase ist nur angenehm, wenn der Innenraum komfortabel bleibt, und genau dafür sorgt der Camp Mode. Er hält die gewünschte Temperatur, versorgt Bildschirm und USB-Anschlüsse weiter mit Strom und verhindert, dass das Auto in den Ruhezustand fällt, sodass man arbeiten kann, ohne dass der Innenraum überhitzt oder auskühlt. Zusammen mit den Steckdosen des Autos zum Laden eines Laptops wird aus einem geparkten Tesla ein brauchbarer Arbeitsplatz für die Dauer mehrerer Meetings statt nur für ein paar unruhige Minuten.
Die eigenen Apps auf dem Bildschirm nutzen
Abgesehen von Zoom ist Teslas Software nicht für Produktivität gemacht, und es gibt keinen App Store, um Slack, E-Mail oder einen Dokumenteneditor nachzurüsten. Genau hier setzt TaaDa an. Es bringt die Apps des Android-Smartphones über Android Auto auf den Tesla-Bildschirm, und zwar über die eigene Verbindung des Telefons, sodass die Werkzeuge, mit denen man tatsächlich arbeitet, auf dem Armaturenbrett erscheinen. Für alle, die in einer Handvoll Apps zu Hause sind, schließt das die Lücke zwischen dem eingebauten Zoom und einem echten mobilen Arbeitsplatz.
Ein realistischer Tagesrhythmus
In der Praxis geht es beim Arbeiten aus dem Auto weniger darum, ein Büro zu ersetzen, als darum, die Lücken im Tag zu nutzen. Ein typisches Muster: ein erster Anruf aus der Einfahrt vor dem Schulweg, eine Phase konzentrierten Arbeitens, während das Auto mittags lädt, und ein letztes kurzes Update auf einem ruhigen Parkplatz vor der Heimfahrt. Jede dieser Phasen dauert dreißig bis neunzig Minuten, genau das, wofür sich das Setup eignet. Das Auto überbrückt die Zeit zwischen festen Orten, die Momente, die sonst toter Zeitraum wären. So betrachtet, statt als Ganztagesbüro, fügt sich ein Tesla ganz natürlich in ein mobiles Arbeitsleben ein, und das eingebaute Zoom zusammen mit ein paar Smartphone-Apps auf dem Bildschirm reicht für diese Zeitfenster meist völlig aus.
Die Grenzen, die man kennen sollte
All das macht einen Tesla noch nicht zum vollwertigen Ersatz für einen Schreibtisch, und es lohnt sich, die Gründe dafür klar zu benennen. Video- und interaktive Apps laufen nur im Stand, das Auto ist also ein stationäres Büro, kein rollendes. Der Bildschirm ist zwar groß, aber ein einzelnes, fest verbautes Display in einem Winkel, der fürs Fahren gedacht ist, nicht fürs Tippen, und außer dem Touchscreen gibt es keine Tastatur. Wer das Auto als hervorragenden Ort für Anrufe, Lesen und kurze konzentrierte Arbeitsphasen behandelt und sich für die langen Sessions lieber einen echten Arbeitsplatz sucht, dem verschafft der Tesla einen echten Platz im mobilen Arbeitsleben, ohne vorzugeben, etwas zu sein, das er nicht ist.