PlugShare vs. Chargemap: Welche Lade-App sollte ein Tesla-Fahrer nutzen?
Fragt man zwei Tesla-Fahrer, welche Lade-App sie installieren würden, bekommt man oft zwei unterschiedliche Antworten. Genau deshalb lohnt es sich, PlugShare vs. Chargemap einmal ordentlich zu klären. Beide bilden die öffentlichen Ladesäulen ab, die der Bildschirm deines Teslas schlicht ignoriert, doch sie gehen das Problem von unterschiedlichen Kontinenten aus an und mit unterschiedlichen Stärken. Die richtige Wahl hängt also davon ab, wo du fährst und was die App für dich leisten soll.
Worin jede App am besten ist
PlugShare ist das Schwergewicht der Community. Die Datenbank gehört zu den größten weltweit, und der eigentliche Wert liegt im Menschlichen: Fahrer hinterlassen Check-ins, Fotos und Bewertungen, sodass du schon vor der Ankunft weißt, ob eine Ladesäule funktioniert und wie du sie findest. Chargemap verfolgt einen eher europäischen, transaktionsorientierten Ansatz. Die App bildet Ladesäulen über viele Netzwerke hinweg ab und kombiniert diese Karte, entscheidend, mit dem Chargemap Pass, einer einzigen Karte und einem einzigen Konto zum Bezahlen an Stationen, die sonst jeweils eine eigene App verlangen würden.
Abdeckung: Wer wo gewinnt
Die Geografie ist der klarste Unterschied. PlugShare ist in Nordamerika am stärksten und glänzt in ländlichen Gegenden, wo das community-getriebene Modell Ladesäulen erfasst, die offizielle Datenbanken übersehen. Chargemap ist ein europäischer Spezialist mit besonders tiefer Abdeckung in Frankreich und Südeuropa sowie soliden Daten im übrigen Kontinent. Keine der beiden Apps ist überall vollständig, und ihre Lücken überschneiden sich nicht perfekt, was ein wichtiger Grund dafür ist, dass erfahrene Fahrer beide parallel nutzen und gegeneinander abgleichen.
Bezahlen beim Laden
Hier unterscheiden sich die Apps am deutlichsten. Der Chargemap Pass ist eine Roaming-Lösung: eine RFID-Karte, ein Konto, eine Rechnung, die bei einer breiten Auswahl an Partnernetzwerken funktioniert, sodass du dich nicht bei jedem Anbieter einzeln registrieren musst. PlugShare dagegen ist in erster Linie ein Finder und kein Bezahltool. Die App verweist dich auf die jeweilige App oder das Portal des Netzwerks, um eine Ladesession tatsächlich zu starten. Wenn dich auf einer Europareise gerade der Ärger beim Bezahlen stört, nimmt dir die Chargemap-Karte das ab, auf eine Weise, wie PlugShare es nicht kann.
Welche App für dich?
Entscheide anhand deiner typischen Fahrten. Wenn du hauptsächlich in Nordamerika oder abseits ausgetretener Pfade unterwegs bist und Wert darauflegst, schon vorher zu wissen, ob eine Ladesäule funktioniert, sollte PlugShare deine erste Wahl sein. Wenn du quer durch Europa fährst, besonders durch Frankreich und den Süden, und über mehrere Netzwerke hinweg bezahlen möchtest, ohne eine ganze Schublade voller Apps zu brauchen, verdient sich Chargemap den Spitzenplatz. Keine der beiden Entscheidungen legt dich fest, und beide bieten einen kostenlosen, funktionsfähigen Kern. Probiere jede eine Woche lang auf deinen üblichen Strecken aus, und meist wird schnell klar, welche besser zu deinem Fahrverhalten passt.
Ein Wort zur Datenqualität
Neben Abdeckung und Bezahlfunktion unterscheiden sich die beiden Apps darin, wie aktuell sich ihre Daten anfühlen, und auf einer Etappe mit knapper Reichweite macht genau das den Unterschied. PlugShare setzt stark auf seine Community: Ist eine Ladesäule defekt oder blockiert, meldet das der Fahrer, der sie so vorgefunden hat, oft innerhalb weniger Stunden, manchmal sogar mit einem Foto des Defekts oder der umständlichen Zufahrt. Diese Frühwarnung aus der Community kann einen unnötigen Umweg zu einer toten Station ersparen, das Schlimmste, was einem bei niedrigem Akkustand passieren kann.
Chargemap kombiniert Community-Beiträge mit einem Fokus auf verifizierte, funktionierende Stationen. Das Ergebnis wirkt oft aufgeräumter und eignet sich gut zum tatsächlichen Bezahlen und Laden, hinkt aber gelegentlich hinterher, wenn eine Ladesäule gerade erst ausgefallen ist. Keiner der beiden Ansätze gewinnt eindeutig. Wenn dir wichtig ist, vor Ort die Wahrheit zu kennen, bevor du dich darauf verlässt, ist die schiere Menge an aktuellen Meldungen bei PlugShare kaum zu schlagen. Wenn es dir eher darum geht, ohne Umstände anzukommen und zu laden, dienen dir die saubereren, zahlungsbereiten Einträge von Chargemap besser. Das ist der praktische Grund, warum sich die beiden Apps so oft ergänzen statt sich zu ersetzen, jede deckt den blinden Fleck der anderen ab.
Warum viele Fahrer einfach beide nutzen
Die unspektakuläre Wahrheit ist: Das ist gar keine Entweder-oder-Frage. Beide Apps kosten nichts in der Installation und ergänzen sich hervorragend: Chargemap zum Bezahlen und um sich durch Europas Zahlungs-Wirrwarr zu navigieren, PlugShare, um eine Ladesäule anhand echter Fahrerberichte zu überprüfen, bevor du dich darauf verlässt. Nutze beide, setze jede dort ein, wo sie am besten ist, und du bekommst das umfassendste und verlässlichste Bild davon, wo du laden kannst, genau die Sicherheit, die du auf einer langen oder unbekannten Strecke brauchst.