Tesla Vanlife: Wohnen und Schlafen im Tesla
Die Idee des Tesla Vanlife klingt zunächst wie ein Widerspruch, schließlich ist ein Tesla kein Van. Trotzdem entpuppt sich das Auto als überraschend gute Schlafgelegenheit. Der Grund dafür ist der Camp Mode, eine Funktion, die die Kabine über Nacht am Leben hält, sowie eine ebene Ladefläche, die bei einem Model Y mit umgeklappten Sitzen auf rund 210 Zentimeter kommt: lang genug, damit sich die meisten Erwachsenen ausgestreckt hinlegen können.
Camp Mode macht das Auto zum Zimmer
Was das Schlafen im Tesla von einer Übernachtung in irgendeinem anderen Auto unterscheidet, ist der Camp Mode. Statt sich zum Energiesparen abzuschalten, bleibt das Auto wach und betreibt weiterhin Wärmepumpe oder Klimaanlage, Innenbeleuchtung, USB-Anschlüsse, die 12-Volt-Steckdose und den Touchscreen, alles effizient aus der Hochvoltbatterie gespeist. Tesla rechnet bei milden Temperaturen mit rund 1 Prozent Akkuverbrauch pro Stunde, was Erfahrungsberichte von Besitzern mit etwa 8 bis 10 Prozent über eine typische Nacht bestätigen, bei Frost steigt der Wert auf 15 bis 20 Prozent. Kein laufender Motor, keine Abgase und kaum Geräusche: Es verhält sich wie ein leises elektrisches Klimagerät.
Das Schlagsystem einrichten
Bis die Kabine zum Bett wird, braucht es ein wenig Vorbereitung. Klappen Sie die Rücksitze um, schieben Sie die Vordersitze nach vorne, und schon haben Sie eine ebene Fläche, die eine Falt- oder eine modellspezifische Luftmatratze sauber abdeckt. Im Model Y schlafen die meisten Erwachsenen bequem mit dem Kopf zur Heckklappe und den Füßen zwischen den Vordersitzen; im Model 3 ist es enger, weshalb größere Camper die Liegerichtung oft umdrehen. Ein Spannbettlaken, ein warmer Schlafsack und ein kleines Kissen runden die Ausstattung ab, und ein Testlauf zu Hause erspart es Ihnen, unangenehme Druckstellen erst um Mitternacht zu entdecken.
Stromverbrauch und Sicherheit im Griff
Zwei Gewohnheiten sorgen für eine sorgenfreie Nacht im Auto. Erstens: Kommen Sie mit ausreichend Ladung an, idealerweise laden Sie vor dem Halt noch einmal möglichst voll, denn der Camp Mode schaltet sich bei rund 20 Prozent selbst ab, um genug Reichweite bis zum nächsten Ladepunkt zu sichern. Zweitens: Denken Sie daran, was der Camp Mode abschaltet: Er deaktiviert Sentry Mode, die automatische Verriegelung beim Weggehen und den Alarm, um Energie zu sparen. Sie müssen die Türen also manuell über den Touchscreen oder die Tesla-App verriegeln, bevor Sie schlafen gehen. Wer zusätzlich den Überhitzungsschutz der Kabine sowie Drittanbieter-Apps abschaltet, die das Auto ständig anfunken, senkt den Verbrauch weiter. Es hilft außerdem, die Kabine noch am Ladekabel vorzukühlen oder vorzuheizen, damit der Camp Mode die Nacht bei angenehmer Temperatur startet, statt erst Energie aufzuwenden, um sie zu erreichen.
Das Auto wohnlich machen
Für längere Aufenthalte wird das Auto zum kleinen mobilen Büro und Kino zugleich. Bei laufendem Camp Mode zeigt der Bildschirm Tesla Theater, und mit TaaDa wird er zum Android-Auto-Display: So können Sie arbeiten, Nachrichten checken oder sich vom Android-Smartphone aus etwas auf dem großen Bildschirm ansehen, während der Akku die Temperatur hält. Ein leicht geöffnetes Fenster und Sonnenblenden helfen gegen die Kondenswasserbildung, die in jedem besetzten Fahrzeug über Nacht entsteht.
Wo es am besten funktioniert
Tesla Vanlife passt zu manchen Situationen deutlich besser als zu anderen. Eine spontane Nacht am Wanderparkplatz, ein ruhiger Rastplatz zwischen zwei Superchargern oder ein Campingplatz mit Destination Charger in der Nähe sind sein natürliches Zuhause. Was es dagegen nicht ist: eine Möglichkeit, sich für eine Woche komplett vom Netz zu verabschieden, denn derselbe Akku, der Sie warm hält, muss Sie auch wieder hinausfahren. Sie bleiben also locker an den nächsten Ladepunkt gebunden. Klug ist es, nur so weit zu übernachten, wie eine Etappe zum nächsten Ladepunkt reicht, damit der Verbrauch von 10 bis 20 Prozent über Nacht Ihre Weiterfahrt nie gefährdet. Auch ein Blick auf lokale Vorschriften lohnt sich, denn Übernachtungsparken ist in manchen Gegenden unabhängig vom Fahrzeugtyp eingeschränkt. Wer es als bequemes, spontanes Camping versteht und nicht als dauerhafte Wohnform, bekommt kaum eine bessere Möglichkeit, mehr Freiheit in eine Reise zu bringen.
Tesla Vanlife wird einem echten Camper in Sachen Platz nie das Wasser reichen können, doch als bequeme Option, die auf fast jeder Reise verfügbar ist, ist es kaum zu schlagen. Das Auto hält Sie warm oder kühl, versorgt Ihre Geräte mit Strom und verlangt von Ihnen nicht mehr als einen Parkplatz und genug Ladung, um den Morgen zu erleben.