Android im Tesla: Raspberry-Pi-Projekt vs. TaaDa
Zwei sehr unterschiedliche Projekte versprechen, Android in den Tesla zu bringen, und sie liegen auf der Aufwandsskala an entgegengesetzten Enden. Auf der einen Seite steht das Tesla-Android-Raspberry-Pi-Projekt, ein Hardware-Bauprojekt, das ein komplettes Android-Gerät im Auto betreibt. Auf der anderen Seite steht TaaDa, eine Software-App, die Android Auto vom Handy streamt. Beide Ansätze sind clever, beide funktionieren, und beide passen zu ganz unterschiedlichen Menschen. Hier ein ehrlicher Vergleich.
Was das Raspberry-Pi-Projekt ist
Das Tesla-Android-Projekt, das mit dem Entwickler Michal Gapinski verbunden ist, lässt Android auf einem Raspberry Pi laufen, der im Auto verkabelt wird. Frühe Versionen nutzten zwei Pi-Boards, eines für Android, eines für die Videoerfassung, dazu Zusatzplatinen für HDMI und LTE sowie ein ganzes Bündel Kabel. Man flasht die Software auf eine SD-Karte, baut die Hardware zusammen, verbindet den Tesla mit dem WLAN des Pi und gibt im Browser des Autos eine IP-Adresse ein, um Zugriff auf eine vollständige Android-Tablet-Oberfläche zu bekommen, die dann wiederum Android Auto und, über einen Dongle, Apple CarPlay ausführen kann.
Das ist wirklich beeindruckend, und es ist mehr als nur eine Handyspiegelung: Es ist ein echter Android-Computer im Auto. Aber man sollte sich klarmachen, was diese Leistung kostet.
Was TaaDa ist
TaaDa geht den umgekehrten Weg. Hier gibt es überhaupt keine Hardware. Man installiert die App auf dem Android-Handy, teilt die Handyverbindung mit dem Auto und öffnet TaaDa im Tesla-Browser, der dann die Android-Auto-Oberfläche anzeigt. Das Handy ist der Computer, der Tesla ist der Bildschirm. Die Einrichtung dauert wenige Minuten, es gibt nichts zu flashen, zu verkabeln oder mit Strom zu versorgen.
Die ehrliche Abwägung
Hier geht es nicht darum, dass eine Lösung grundsätzlich besser ist. Beide setzen andere Prioritäten:
- Aufwand: TaaDa ist installiert und sofort einsatzbereit. Das Pi-Projekt ist ein Bauprojekt, eher ein Wochenende mit Elektronik und Linux als eine Plug-and-Play-Installation.
- Hardware und Kosten: TaaDa braucht nur das Handy, das ohnehin schon da ist. Beim Pi-Projekt kauft man Platinen, Zusatzmodule und Kabel und muss im Auto noch einen Platz zum Montieren und für die Stromversorgung finden.
- Funktionsumfang: Der Pi betreibt ein vollständiges Android-Tablet und beherrscht zusätzlich CarPlay, geht also über reines handybasiertes Android Auto hinaus. TaaDa konzentriert sich gezielt auf Android Auto vom Handy, also genau das, was die meisten Menschen im Auto eigentlich wollen.
- Wartung: TaaDa aktualisiert sich über den App Store. Beim Pi-Aufbau ist man selbst für die Pflege zuständig, bei Hardware und Software gleichermaßen.
Welche Lösung zu dir passt
Die Wahl hängt von Naturell und Ziel ab. Wer gerne bastelt, einen dauerhaften Android-Computer im Tesla haben möchte, Freude am Aufbau hat und zusätzlich CarPlay will, für den ist das Raspberry-Pi-Projekt ein bemerkenswertes Stück Technik zum Selberbauen. Wer dagegen noch heute Nachmittag Android Auto auf dem Tesla-Bildschirm haben möchte, ohne Hardware, ohne Lötkolben-nahe Bastelei und ohne etwas warten zu müssen, für den ist TaaDa für die allermeisten Fahrer die vernünftige Wahl.
Beide Projekte beweisen dasselbe: Der Tesla-Browser ist die Tür zu Android im Auto. Das Pi-Projekt geht mit einem kompletten Computer hindurch, TaaDa nur mit dem Handy in der Tasche. Schau dich im Rest dieser Rubrik um, um mehr über die TaaDa-Einrichtung und die Apps zu erfahren, die damit laufen, und entscheide dich für den Weg, der zu deiner Bastellust passt.