Tesla ohne Premium Connectivity: die kostenlose Alternative über dein Handy
Jeder neue Tesla kommt mit einer Premium Connectivity Testphase, und wenn die endet, bittet das Auto zur Kasse. Das Abo kostet aktuell 9,99 Dollar im Monat oder 99 Dollar im Jahr in den USA, in weiten Teilen Europas zum gleichen Betrag in Euro, und verlängert sich immer wieder automatisch. Bevor du dieses Geld ausgibst, lohnt sich ein genauer Blick darauf, worauf du ohne das Abo tatsächlich verzichtest, und wie viel davon dein Handy längst abdeckt. Für die meisten Tesla-Fahrer ist ein Tesla ohne Premium Connectivity kein Rückschritt, wie Tesla es gern darstellt, vor allem sobald TaaDa ins Spiel kommt.
Was Premium Connectivity wirklich freischaltet
Jeder Tesla bringt acht Jahre lang kostenlos Standard Connectivity mit. Standard deckt bereits das Wesentliche ab: Karten und Navigation, verkehrsbasierte Routenführung, Trip Planner, die Verfügbarkeit von Supercharger-Stellplätzen und Software-Updates over-the-air. Der Haken: Die meisten datenintensiven Funktionen laufen nur über Wi-Fi oder eine geteilte Handyverbindung, nicht über die eigene Mobilfunkverbindung des Autos.
Premium Connectivity bringt einen eingebauten Mobilfunk-Datentarif mit und obendrauf ein paar Funktionen, die Tesla zahlenden Abonnenten vorbehält:
- Live-Verkehrslage, die roten und gelben Staulinien auf der Tesla-Karte.
- Satellitenkarten, die Luftbildansicht.
- Streaming und Web-Browser über Mobilfunk, damit Musik und Video auch ohne Hotspot funktionieren.
- Live-Ansicht der Sentry-Kamera über die eigene Verbindung des Autos.
Alles andere, was man mit einem vernetzten Auto verbindet, Musik-Streaming, Echtzeit-Navigation, Podcasts, Nachrichten, ist keineswegs Premium Connectivity vorbehalten. Es braucht schlicht eine Datenverbindung, und dein Handy ist eine Datenverbindung.
Die ehrlichen Grenzen des Hotspot-Workarounds
Tesla erlaubt es, die Datenverbindung deines Handys mit dem Auto zu teilen, und allein das bringt Streaming, den Browser und vernetzte Funktionen über dein eigenes Datenvolumen zurück. Aber sei dir im Klaren, was dadurch nicht möglich wird: Selbst mit einem schnellen Hotspot sperrt die Tesla-Software die Satellitenkarten-Ansicht und das Live-Verkehrslage-Overlay in der Standard-Stufe. Diese beiden visuellen Funktionen lassen sich ohne Bezahlung schlicht nicht freischalten.
Das klingt nach einem Ausschlusskriterium, bis man sich fragt, wofür diese Overlays eigentlich da sind. Das Live-Verkehrslage-Overlay soll dich um Staus herumlotsen. Und genau da macht dein Handy den besseren Job als Tesla es je getan hat.
Wie TaaDa dein Handy zum vernetzten Auto macht
TaaDa ist reine Software. Du installierst sie auf deinem Android-Handy, verbindest das Auto mit der Datenverbindung deines Handys und rufst TaaDa im Tesla-Browser auf. Von dort aus läuft Android Auto auf dem Handy, und der Tesla-Bildschirm zeigt es einfach an, ganz ohne Kabel und ohne zusätzliche Hardware.
Dieser eine Schritt ersetzt still und leise genau die kostenpflichtigen Teile von Premium Connectivity, die den meisten wichtig sind:
- Live-Navigation, die dem Overlay überlegen ist. Nutze Waze oder Google Maps über Android Auto, und du bekommst Echtzeit-Verkehrsdaten von Millionen aktiven Fahrern, dazu Umleitungen, Spurführung und Blitzerwarnungen, alles über dein Handy-Datenvolumen. Das ist ein Detailgrad, den Teslas statisches Verkehrslage-Overlay nicht liefert, und es kostet nichts extra.
- Jede beliebige Musik- oder Podcast-App. Spotify, YouTube Music, Deezer, Apple Music, deine Podcast-App, alles streamt über dein Handy-Datenvolumen in einem sauberen App-Layout mit Cover-Art und Sprachsuche.
- Nachrichten und Anrufe, freihändig. WhatsApp, Signal und Telefonate laufen über Android Auto mit Google Assistant, damit deine Augen auf der Straße bleiben.
Weil TaaDa über dein Handy läuft, ist die Frage des Datenvolumens bereits geklärt. Du zahlst einmal deinen Mobilfunkanbieter, nicht deinen Anbieter und zusätzlich Tesla.
Wann sich Premium Connectivity trotzdem lohnt
Ehrlichkeit schafft Vertrauen, deshalb auch die andere Seite: Wer auf die Live-Ansicht der Sentry-Kamera angewiesen ist, während das Auto öffentlich parkt, oder wer sich gezielt die Tesla-eigene Satellitenkarten-Optik wünscht, kommt an Premium Connectivity nicht vorbei. TaaDa stellt das nicht wieder her. Wer das Abo aber wegen Navigation, Streaming, Apps und Verbindung unterwegs in Betracht zieht, zahlt Jahr für Jahr für etwas, das Handy plus TaaDa kostenlos liefern, bei der Navigation sogar besser.
Fazit
Standard Connectivity plus Handy plus TaaDa liefert einem Tesla ohne Premium Connectivity fast alles, was das Abo verspricht, minus zwei software-gesperrte Karten-Overlays und den Live-Sentry-Feed. Für nichts weiter als die App verwandelst du das Auto in die Android-Auto-Maschine, die es eigentlich schon ab Werk hätte sein sollen. Schau dir die restlichen Artikel dieser Reihe für App-für-App-Anleitungen an, und hör auf, Funktionen zu mieten, die du längst besitzt.